![]() |
| Startseite | wir über uns | Dienstplan | unsere Züge | Stützpunkt | Ausrüstung | unser Museum |
| Historisches | Jugendfeuerwehr | Bilder | Links | Kontakt | Einsätze | Fahrzeuge |
| die Wehrführung | Videos | das Jahr 2012 | intern |
die Freiwillige Feuerwehr Homberg in 125 Jahren
Es ist bekannt das Landgraf Philipp am 10. September 1558 eine Feuerordnung für die Stadt Kassel verordnete. Am gleichen Tag erließ er auch eine Feuerordnung für das übrige Land, sie war gegen über der Feuerordnung der Stadt Kassel in einigen Punkten geändert. Diese beiden Feuerordnungen sind die ersten, die für die gesamte Landgrafschaft Gültigkeit hatten. In Homberg erließ der Rat der Stadt Homberg am 27. September 1703 eine Feuerordnung, die der Bürgerschaft publiziert wurde. Dann ist bekannt das es eine Feuerordnung aus dem Jahre 1839 gibt.
Die Räte der Stadt reagierten auf die ständige Brandgefahr mit entsprechenden Stadtgesetzen. Sie veranlassten das jeder Hausbesitzer in seinem Haus Leitern sowie Ledereimer bereit zuhalten hatte. Auch in den Rathäusern lagerten Leitern und Ledereimer. Es war verboten, offen Feuerstätten in der nähe von Stroh und Heulagern oder auf Dachböden auf denen Getreide lagerte zu betreiben.
![]()
Wenn es brannte, dann war jeder einzelne Bürger verpflichtet, mit seinem Eimer zum Brandort oder Wasserstelle zu eilen. Die schwindelfreien stiegen auf Leitern und versuchten von dort aus zu löschen. Doch mit solch spartanischen Mitteln waren Feuerbrünste kaum ein zu dämmen. Ein Schub in der Brandbekämpfung gab es erst im 17. Jahrhundert als die ersten verlängerbaren Schläuche gab und der Amsterdamer Stadtbrandmeister, van der Heyden, den Lederschlauch erfand. Als etwa 100 Jahre später die ersten Zylinderpumpen das Löschwasser aus Brunnen, Bächen und Feuerteichen ansaugten und mit Spritzen gezielt am Schlauchende auf den Brandherd gerichtet werden konnte, war dies ein Meilenstein in der Geschichte der Brandbekämpfung. Doch das Feuerlöschen blieb weiterhin allgemeine Bürgerpflicht. Das änderte sich erst in der Mitte des 18. Jahrhundert als der Einsatz der komplizierter werdende Spritztechnik, die fahrbaren Löschwagen und die mechanischen Pumpen einer speziellen bedurfte, in vielen Städten waren es die Arbeitersport- und Turnvereine, die sich der allgemeinen Aufgabe annahmen. Aus diesen Abteilungen gingen schließlich die ersten Freiwilligen Feuerwehren hervor.
Ein steiniger Weg in die Neuzeit !
Den organisierten Brandschutz in Homberg gab es eigentlich schon im Mittelalter und zwar wurde er durch den Erlass des Landgrafen Philipps im Jahre 1558 in geordnete Bahnen gelenkt. Er erhielt die Verpflichtung, eine bestimmte berufliche vorgebildete Personengruppe, wie Bauarbeiter und Handwerker zur Brandbekämpfung heranzuziehen.
Doch mit beginn des technischen Zeithalters in der Mitte des 18. Jahrhunderts erwies sich die auf einen bestimmte Personengruppe bezogene Brandbekämpfung nicht mehr zweckmäßig. So erhielt die Stadt zunächst 1819 und dann 1839 ein Regulativ für die Stadt Homberg mit Beziehung auf die Feueranstalt da selbst. Das war wohl die Geburtsstunde der regulären Feuerwehr in Homberg, die jedoch als Pflichtfeuerwehr anzusehen ist.
Nachdem sich überall in deutschen Landen Freiwillige Feuerwehren etablierten, die vorwiegend aus den Turnvereinen hervorgingen, wurde auch in Homberg 1864 ein Turnerfeuerwehr gegründet. Die Freiwillige Feuerwehr selbst verdankt ihre Gründung 18 Homberger Bürgern, die sie nach viel Widerständen aus dem städtischen Rathaus diese im Walter´schen Garten aus der Taufe hoben. Das bestehen der Turnerfeuerwehr lässt sich bis 1877 verfolgen, unter welchen umständen sie aber aufhörte zu bestehen, ist nicht überliefert worden.
Unter der Leitung des Schreinermeisters Valentin Dickhaut wurde 1880 ein freiwilliges Steigercorps gegründet, deren Mitglieder zunächst aber in der Pflichtfeuerwehr ihren Dienst leisten mussten. Die Selbstständigkeit erlangte die Homberger Feuerwehr erst am 01. Dezember 1898, nachdem alle vorherigen langjährigen Bemühungen am Widerstand des Stadtrates gescheitert waren. 1880 dürfte auch die im Jahre 1864 gegründete Turnerfeuerwehr in dem neu gegründeten Feuerwehr-Steigercorps aufgegangen sein, da ja auch Valentin Dickhaut zu der Turnerschaft gehörte dürfte sich das Steigercorps wohl hauptsächlich aus Turnern zusammengesetzt haben und somit Nachfolger der Turnerfeuerwehr gewesen sein. Man kann auch deshalb als Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Homberg das Jahr 1864 annehmen da die Turnerfeuerwehr ja schon eine Freiwillige Feuerwehr war. Die Homberger Bürger standen ihrer Freiwilligen Feuerwehr aufgeschlossen gegenüber. Schon ein Jahr nach ihrer Gründung hatte sie 30 Mitglieder und 1904 standen sogar 125 Namen im Mitgliederverzeichnis. Der erste Weltkrieg schränkte die Arbeit der Homberger Feuerwehr stark ein, nach dem zahlreiche Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst einrückten.
der 1. Zug im Jahre 1911
der 2. Zug im Jahre 1911 Aber auf ihrer ersten Jahreshauptversammlung nach Kriegsende am 16. März 1920 war jedoch mit 124 Mitgliedern der Vorkriegsstand wieder erreicht. Unbeeinflusst von den wirtschaftlichen schwierigen zwanziger Jahren übten die Männer der freiwilligen Feuerwehr engagiert ihren Dienst aus und festigten ihre Einsatzbereitschaft durch eifriges Üben. Bei der Jubiläumsfeier ihres 50 jährigen Bestehens im Jahre 1930 stellten sie mit Einsatzübungen unter Beweis, die allerseits lobende Anehrkennung fanden.
Bilder vom Feuerwehrtag 1930
Dieses Jubiläum sollte für die Homberger Feuerwehr ein Endpunkt in seiner weiteren Entwicklung sein.
Gruppenbild aus dem Jahre 1930
Von der Freiwilligen Feuerwehr zur Feuerlöschpolizei...
Nach 1933 verlor sie wie überall ihre Selbstständigkeit und die braunen Machthaber wandelten sie per Gesetz in eine Feuerlöschpolizei um. Dennoch blieb der alte Geist, der die Homberger Wehr seid ihr Bestehen geprägt hatte, weiterhin erhalten. Nur so konnten diese Jahre ohne große Wertverluste überbrückt werden. Das zeigte sich besonders in den Jahren des Krieges, wo sie trotz Personeller Schwächung den hohen Anforderungen gerecht wurde. Erstmals wurden in dieser Zeit Mädchen und Frauen zum Feuerlöschdienst ausgebildet und es sei an die vielen Fliegeralarme in den letzten Kriegsjahre erinnert wo es öfters nach Kassel ging.
Ein neues Zeitalter beginnt...
Nach einer Zwangspause begann sich 1946 die freiwillige Feuerwehr Homberg zu reaktivieren. Der Mitgliederbestand füllte sich mit jüngeren Wehrmänner auf. In kürzester zeit erreichte die Weh mit intensiver Ausbildung ein hohes Leistungsniveau, an dieser Ausbildung war besonders der Kamerad Josef Breiding beteiligt. Auch am kulturellen und gesellschaftlichen Leben Hombergs nahm die Feuerwehr regen Anteil. In den 50iger Jahren trat sie mit ihren Rosenmontagsbällen besonders in Erscheinung, und ihr Spielmannszug zog in dieser Zeit mit klingendem Spiel durch Hombergs Straßen. Im Juni 1950 beging man das 70jährige Bestehen in Verbindung mit dem 2ten Kreisfeuerwehrtag nach dem Kriege. Das 75 jährige Bestehen feierte man im September 1955 ebenfalls in Verbindung mit dem Kreisfeuerwehrtag.
Übung auf dem Marktplatz anlässlich des 75 Jährigen bestehen
Aber die Blütezeit hielt nicht lang an. Denn mit dem Jahr 1958 begann das traurigste Kapitel der Homberger Feuerwehr, sie beschloss die Auflösung. Sie musste zwar noch 6 Monate dienst leisten, ehe der Auflösungsbeschluss in Kraft trat. Unstimmigkeiten in Sachen Brandschutz mit der Stadt führten zu diesem Schritt, nach dem der Stadtsäckel infolge seiner schlechten Finanzlage nur geringe oder gar keine Mittel zur Anschaffung notwendiger Geräte zur Verfügung stellte. Die Stadt stellte dann als Ersatz eine Hilfsfeuerwehr (Pflichtfeuerwehr) auf, zu dieser Maßnahme war sie nach dem Gesetz berechtigt.
Doch in der letzten Jahreshauptversammlung im Januar 1959 wurde das Einlenken der Städtischen Körperschaften der Auflösungsbeschluss außer Kraft gesetzt. Da aber auf dieser Versammlung die dafür erforderlichen Mitglieder diesen Beschluss, aufzuheben nicht anwesend waren stimmten die anwesenden Versammlungsteilnehmer einer Neugründung zu. Die nun mehr neue Feuerwehrverstärkte sich durch die Hilfsfeuerwehr. Der Spielmannszug, der nicht mehr spielfähig war, wurde allerdings aufgelöst. Nach kurzer Zeit war der erforderliche freiwillige Mitgliederbestand wieder erreicht und man konnte auf die Pflichtfeuerwehr nun verzichten, ein großer Teil der Pflichtfeuerwehrmänner traten jedoch der Wehr bei und gehörten lange Jahre zum Stamm der Wehr. Mit der Gründung der Jugendfeuerwehr 1968 konnte das Nachwuchsproblehm behoben werden. Mit den Bau des neuen Gerätehauses war die Homberger Wehr 1974 in eine Stützpunktfeuerwehr umgewandelt worden und im gleichen Jahr durch Landesministeriellen Beschluss wurde sie außer dem noch zur Autobahnfeuerwehr. Nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen waren gründete sich 1978 eine Frauenabteilung. Nach anfänglichen Zuspruch ist aber die Mitgliederentwicklung rückläufig. Von den derzeitig 62 Aktiven unter den 294 Mitglieder der Homberger Wehr versehen noch 3 Frauen ihren Dienst, die aber genau so wie ihre männlichen Kameraden voll im ehrenamtlichen Einsatz für den Brandschutz stehen.
von Links: Pulverlöschanhänger PG - 250 Ölschadenanhänger Kommandowagen (KdoW) Funkkraftwagen für d. Führungsgruppe Techn. Einsatzleitung Großtanklöschfahrzeug - GTLF-6 Löschgruppenfahrzeug - LF 16 Tanklöschfahrzeug - TLF 16 Rüstwagen - RW 1 Löschgruppenfahrzeug - LF 8 Drehleiter mit Korb - DLK 23-12 Schlauchwagen - SW 1000 Fahrzeugpark im Jahre 1978 Im Mai 1980 feierte die Feuerwehr Homberg ihr 100 jähriges Bestehen.
von links: Drehleiter mit Korb - DLK 23-12
Großtanklöschfahrzeug - GTLF-6
Löschgruppenfahrzeug - LF 16
Tanklöschfahrzeug - TLF 16
Rüstwagen - RW 1
Schlauchwagen - SW 1000
Löschgruppenfahrzeug - LF 8
Fahrzeugpark im Jahre 1980 1995 baute man Linksseitig am Gerätehaus noch zwei neue Einstellplätze an, ebenso baute man neue Tore ein.
Vom 13. bis 16. September 1996 fand in Homberg der 17. Hessische Feuerwehrtag statt.
Vom 20. bis 22. Mai 2005 feierte die Feuerwehr Homberg ihr 125 Jähriges Bestehen.
Längst hat sich die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Homberg in den letzten Jahren gewandelt. Galt früher in der Hauptsache der Einsatz der Brandbekämpfung, überwiegt heute die technische Hilfeleistung wie zum Beispiel auf der Autobahn 7 und der Umweltschutz. Durch den Einsatz umfangreicher moderner Geräte sind die Anforderungen an die Wehrmänner und Frauen noch vielseitiger geworden. Das erfordert eine intensive Ausbildung, der sich die Freiwillige Feuerwehr ständig unterzieht. Daraus resultiert ihr hohes Einsatzniveau – für „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.
ein Auszug aus der "Homberg Feuerwehrgeschichte 1880 – 2005" von E. Fehring
zurück zum Seitenanfang