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Eine Herausforderung: „Kaltverformung“
Knüllwald-Remsfeld. Feuerwehrfrauen- und männer stehen vor ständig neuen Herausforderungen. Nicht nur Brände, Ölspuren und umgefallene Bäume sind zu bewältigen, einen weitaus höheren Stellenwert nehmen bei den täglichen Einsätzen die technischen Hilfeleistungen ein. Und das will geübt sein. Ein Auto besteht heut zu Tage nicht mehr nur aus Blech und Glas, welches den Rettern um die Ohren fliegen kann. Viel gefährlicher sind die im ganzen Auto angebrachten „Sprengsätze“, die bei einem falschen Schnitt zur falschen Zeit, irgendwo im Auto auslösen können. Neben dem „blinden“ Schneiden, müssen die Feuerwehrleute also auch genau wissen, wo man bei welchem Auto wann schneiden kann und darf, um sich und den Verunglückten nicht zu gefährden.
Ausbilder der Berufsfeuerwehr und Homberger Feuerwehr mit dabei
Die Ausbildung leitete Heinrich Finn, seines Zeichens Berufsfeuerwehrmann und Ausbilder in Kassel.
Das Übungsobjekt der 28 Feuerwehrleute war eine VW-Passat Karosse, die von VW gesponsert, auf dem Platz neben dem Feuerwehrgerätehaus in Remsfeld, fachmännisch zerlegt wurde.
Nach einigen Stunden Theorie erklärte Ausbilder Finn den Feuerwehrleuten die Einzelheiten am Objekt. Als erstes galt es eine möglichst große Öffnung in den Passat zu bekommen, um den Rettern einen großräumigen Zugang in das Wageninnere zu verschaffen und den „virtuellen“ Patienten nach seiner Erstversorgung im Auto, so schonend wie möglich aus seinem Fahrzeug zu retten.
Dazu wurde mit hydraulischer Schere und Spreizer an der hinteren Tür ein Zugang geschaffen und die B-Säule der Karosse durchtrennt. Nach schnellen Schnitten ließ sich dann die Karosse wie eine „Dose“ öffnen. Fahrer- und Fondtür ließen sich in einem Stück aufziehen. Ein optimaler Zugang zum Objekt war geschaffen. Im Ernstfall würde sich der Patient so schonend aus dem Auto holen lassen.
Nach der Mittagspause wurde dann alles eine Nummer größer und höher.
Geübt wurde an Lkw-Führerhäusern, die aufgebockt auf eine realistische Lkw-Höhe einmal mit einem Gerüst der Freiwilligen Feuerwehr Homberg erklommen werden mussten und einmal ohne Gerüst zu bewältigen war. Dazu mussten die Feuerwehrleute mit der 25 Kilogramm schweren Schere über Kopf arbeiten. Eine besondere Herausforderung an die physische Fitness der Feuerwehrleute.
Text: Alexander Wittke - NH24.de